NEUES SOLANGE NETZ AM LEGENDÄREN HOTEL KUMMER, MARIAHILFERSTRASSE WIEN

Endlich haben wir es geschafft! Ein weiteres SOLANGE Netz hängt seit gestern in Wien und zwar am legendären Hotel Kummer Mariahilferstraße/Schadekgasse.

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Besonderen Dank an KÖR WIEN für die Förderung von 3 Netzen und Wertinvest, die uns diese tolle Baustelle zur Verfügung stellt.

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Unser Körperbild ist Abbild unserer Leistungsgesellschaft: Im Mittelpunkt steht die Optimierung des Körpers als Fortsetzung der Selbstoptimierung in allen Lebensbereichen. Früher war körperliche Fülle ein Zeichen von Wohlstand, jetzt wird sie mit Faulheit und mangelnder Selbstdisziplin assoziiert. Schlanksein allein ist jedoch zu wenig: Fest und durchtrainiert, die Muskelpartien definiert, Bauch straff und Busen üppig, sexy muss er sein, der Körper. Die perfekte Körperinszenierung wird auf allen social media Plattformen als Ware serviert. Diese muss umgehend Wirkung erzeugen, sonst wird weiter gewischt.

Definitionsinstanz für ‚sexyness’ ist die Werbeindustrie.

Durchkomponierte Kampagnen befeuern die Fetischisierung eines Körperbilds jenseits unserer Realität und erzeugen ein Gefühl des Mangels. Durch den Kauf von Produkten sollen Glücksgefühle erzeugt, der vermeintliche Mangel ausgeglichen werden.

Als Feminist*innen stellen wir uns dem (Körper)optimierungswahn und dessen Abbild in der Werbung entgegen. Für viele Frauen und Mädchen hat die Verherrlichung dieses künstlichen Körperbildes verheerende Folgen. Gerade in nächster Nähe zur Mariahilferstraße – DER Shoppingmeile Wiens – gilt es, ein Zeichen zu setzen oder besser, einen Satz zu sticken, der Bewusstsein für body diversity, für body positivity schafft.

Nicht zuletzt der nahe Flakturm sollte uns daran erinnern, dass die Fetischisierung des Körpers bereits einmal ins Verderben geführt hat. Eine Abkehr vom perfekt gestylten Körper hin zu einem Körper, in dem wir uns wohl und gesund fühlen dürfen, könnte für alle Geschlechter ein unglaublicher Befreiungsschlag sein:

As long as it’s all about six packs and sex bombs, I will be a feminist.

 

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und Danke an das tolle Team:

Vivian Simbürger (Stickerin)
Tina Themel (Text)
Birgit Schmoltner (Presse)
Lydia Krenz (Instagram) solange_theproject, #solange2018
Margarethe Clausen (Text Editing English)
NEUES SOLANGE NETZ AM LEGENDÄREN HOTEL KUMMER, MARIAHILFERSTRASSE WIEN

SOLANGE landet auf der 1. Rabat Biennale für zeitgenössische Kunst in Marokko

(see english version below)

Good morning,

nach aufregenden Nachtaktionen haben wir es nun geschafft.
Wir freuen uns sehr!!!
 
AS LONG AS FOLLOWING OUR RULES IS MORE IMPORTANT THAN FOLLOWING OUR HEARTS, I WILL BE A FEMINIST.

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Fotos: Ferdinand Cibulka

Leuchtend pink und zweisprachig (englisch/arabisch) sind die gestickten Buchstaben am Musée Mohammed VI d’art moderne et contemporain in Rabat zu sehen.

Wie auch bei den SOLANGE-Projekten in Österreich geht es uns darum, Anliegen von Frauen vor Ort aufzugreifen, einen Raum für Diskussionen zu öffnen und eine Brücke zwischen den Geschlechtern zu bauen. Die ultimative Form dieses Brückenschlags ist die Liebe, die nicht nur gender- sondern auch kulturelle und geografische Grenzen zu überwinden vermag.

Ganz im Sinne des Biennale-Leitsatzes gehen wir zurück zum Ursprung allen Lebens und stell die Liebe über die von Menschen (meist Männern) gemachten Gesetze. Das künstlerische Momentum entsteht durch die Opposition von Gesetz/Konvention/Moral auf der einen und Herz/Liebe als umfassende, verbindende Energie auf der anderen Seite. Aus diesem Spannungsfeld heraus haben marokkanische Frauen Fragen generiert, die ihren Alltag prägen:

Wie sind gesellschaftliche Konventionen zu interpretieren oder zu überwinden, wenn wir die Liebe als Maßstab nehmen?

  • Ist die persönliche Freiheit ein Menschenrecht, das nur Männern gebührt und wenn ja, warum?
  • Verletze ich die Ehre meiner Familie, wenn ich meinem Herzen folge?
  • Wer hat die Definitionsmacht, wer legt die sozialen Codes fest?
  • Wer oder was macht Räume so eng, dass jenes zentrale Organ, das uns am Leben erhält, durch all die Zwänge und Regeln, die es zu beachten oder zu umschiffen gilt, zu ersticken droht?

 

طالما استمر اتباع قواعدنا أهم من اتباع قلوبنا، سأكون نسوية

 

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in Kooperation mit:

Vivian Simbürger (Stickerin)
Tina Themel (Text)
Birgit Schmoltner (Presse)
Lydia Krenz (Instagram) solange_theproject, #solange2018
Margarethe Clausen (Text Editing English)

 

English version:

Katharina Cibulka with SOLANGE  (German for “AS LONG AS”)

at the first International Biennale in Rabat, Morocco

From 24 September to 15 December 2019, the first International Biennale for Contemporary Art will be held in Rabat, the capital of Morocco, and dedicated solely to women’s works. The Biennale has been organised by the „Fondation nationale des musées du Maroc“. At the invitation of curator Abdelkader Damani, Austrian artist Katharina Cibulka will be represented by her project SOLANGE.

With the biennial‘s title „Un instant avant le monde“ („A Moment before the world“), the curator refers to two pillars supporting the event:

– an artistic radical decision for an international platform that shows for the first time worldwide works by female artists only.

– a return to the origins, the sources, the dreams, the imaginary, the „moment before the world“ and, as a result, a rewriting of art history in which women’s art is equally represented.

Finally, the Biennale in Rabat should provide an impetus for equality between women and men.

 

This is where Katharina Cibulka intervenes public space in Rabat with the large-sized embroidered sentence

 

AS LONG AS FOLLOWING OUR RULES IS MORE IMPORTANT THAN FOLLOWING OUR HEARTS, I WILL BE A FEMINIST.

 

In bright pink and two languages (English/Arabic) the embroidered letters will be seen on the facade of the Musée Mohammed VI d’art moderne et contemporain.

As with the SOLANGE projects in Austria, Cibulka aims to address local women‘s concerns, to create a space for discussions as well as building a bridge between the sexes. The ultimate form of this bridge is love, which is able to overcome not only cultural and geographical boundaries but also those of gender.

In the spirit of the Biennale’s guiding principle, Cibulka goes back to the origin of all life and places love above human- (mostly men-)made laws. The artistic momentum emerges due to the contrast between law/convention/morality on the one hand and heart/love as an encompassing, connecting energy on the other. On the basis of this tension, Moroccan women have generated questions that shape their everyday lives:

  • How can social conventions be interpreted or overcome if we take love as our benchmark?
  • Is personal freedom a human right that men only deserve and, if so, why?
  • Do I violate the honour of my family if I follow my heart?
  • Who has the power of definition, who determines social codes?
  • Who or what narrows spaces down so that our vital central organ threatens to suffocate due to the many constraints and rules we have to follow or circumnavigate?

 

Last but not least, this international art project is concerned with challenges of translation and the subtleties of the languages involved.

in cooperation with:

Vivian Simbürger (emproidering)
Tina Themel (text)
Birgit Schmoltner (press)
Lydia Krenz (Instagram) solange_theproject, #solange2018
Margarethe Clausen (text editing English)
SOLANGE landet auf der 1. Rabat Biennale für zeitgenössische Kunst in Marokko

SOLANGE NETZ NUMMER 6 HÄNGT SEIT 25. JUNI 2019 IN WÖRGL!

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(FOTO: WEST.Fotostudio)

As long as women’s power is an underrated energy source, I will be a feminist.

Frauen haben unzählige Fähigkeiten, sind im Durchschnitt sehr gut ausgebildet und verfügen über Ausdauer. Trotz dieser Frauenpower gelingt es ihnenviel zu selten, die so genannte gläserne Deckezu durchbrechen und in Führungspositionen zu gelangen. Viele Männer fühlen sich durch die Kompetenz von Frauen bedroht und halten sie – bewusst oder unbewusst – in niedrigeren Positionen. Auf diese Weise geht sehr viel Potential verloren.

Die Energiequelle Frauenpowerwird nicht so eingesetzt, wie es – auch in ökonomischer Hinsicht – sinnvoll wäre: Frauen und Männer sollten auf allen beruflichen und gesellschaftlich-politischen Ebenen gleichermaßen vertreten sein und ihre Potentiale entfalten können. Job-Splitting sollte auch in Führungspositionen eine Selbstverständlichkeit sein. Das Modell „Mann als Familienernährer“ mit Vollzeit- und Mehrstunden-Anstellung ist längst nicht mehr zeitgemäß.

Frauenpower hat noch immer nicht denselben Wert wie Manpower. In Österreich liegen die Gehaltsunterschiede bei gleicher Qualifikation und Erfahrung zwischen Frauen und Männern immer noch in Bereichen zwischen 20 und 30% (siehe z.B.: Bildungsbezogenes Erwerbskarrierenmonitoring (BibEr)Gleiche Ausbildung – gleiche Chancen?In:Registerbasierte Statistiken,Erwerbstätigkeit Bildung, Kalenderjahr 2017, Bericht der Statistik Austria)  Frauenpower ist zahlreichen Studien zufolge nach wie vor dramatisch unterbewertet. Die alte Forderung aus den 1970er Jahren „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ ist auch 50 Jahre später noch immer nicht erfüllt.

 

Wo?     Salzburgerstraße 11, Wörgl, Tirol, Austria

SOLANGE NETZ NUMMER 6 HÄNGT SEIT 25. JUNI 2019 IN WÖRGL!