unser 16. netz an der medizinischen Universität Innsbruck

Foto:WEST.Fotostudio

Wir freuen uns sehr, dass wir nun ein so spezifisches Thema wie Diversität in der Medizin öffentlich machen können und danken für die Kooperation mit Frau Professorin Dr.in Margarethe Hochleitner und der Medizinischen Universität Innsbruck.

„Wir müssen auf die Verschiedenheit der Menschen eingehen, wenn wir maßgeschneiderte Medizinangebote und die bestmögliche Behandlung für jede Person anbieten wollen“, erklärt Margarethe Hochleitner, Professorin für Medizin und Diversität an der Medizinischen Universität Innsbruck. Die Leiterin der Koordinationsstelle für Gleichstellung, Frauenförderung und Diversität macht anlässlich des Welt-Frauentages am 8. März 2021 darauf aufmerksam, dass die Berücksichtigung von Geschlechtsunterschieden alleine nicht ausreicht. Frauen und Männer sind die größten Gruppen, für diese liegen auch zwischenzeitlich die meisten Untersuchungen und damit wissenschaftlich basierte Erkenntnisse vor. In der Forschung, in der Lehre und damit auch in der PatientInnenversorgung müssen Aspekte wie Alter, Bildung, soziale sowie ethnische Herkunft, sexuelle oder religiöse Orientierung, aber auch chronische Krankheiten oder Beeinträchtigungen berücksichtigt werden. „Hier besteht in der Forschung ein großer Nachholbedarf, um die bestmögliche Medizin für alle Menschen anbieten zu können“, attestiert Margarethe Hochleitner.

Foto:WEST.Fotostudio

Das Thema Diversität ist seit einiger Zeit im öffentlichen Diskurs vermehrt wahrnehmbar; dennoch ist wahrscheinlich für die Wenigsten klar, wie weitreichend der Begriff zu interpretieren ist. Die Medizin ist ein immens komplexer und vielschichtiger Bereich. Dort, wo die gemeinsamen Angelpunkte von Diversität und Medizin sind, wird es für uns aus feministischer Sicht spannend. Diversität umfasst nicht allein die Vielfalt der Geschlechter, also ein Abwenden von rein binären Geschlechtskonstruktionen, sondern auch das Miteinbeziehen von ethnischen und sozio-ökonomischen Faktoren. Wenn also wissenschaftliche Erkenntnisse in der Medizin auf all diesen Faktoren basieren, nähern wir uns einer auf jedes Individuum zugeschnittenen Medizin. 

Von dieser Ideal-Situation sind wir derzeit aber noch sehr weit entfernt. Die Diversitäts-Dosierung passt noch nicht, und in den meisten Fällen passt sie besonders für Frauen, LGBTQs und andere Ethnien nicht. Nach wie vor orientiert sich die Medizin viel zu stark am weißen, westlichen Mann. Mit dieser Schieflage setzen wir uns in unserem neuen SOLANGE-Satz auseinander:  

Solange bei Frauen Herzinfarkte seltener erkannt werden, weil sie ihre Symptome anders beschreiben als Männer, besteht dringender Handlungsbedarf. Solange bei Männern Osteoporose nicht diagnostiziert wird, weil sie als Frauenkrankheit gilt, besteht dringender Handlungsbedarf. Und solange bei einer Schwarzen Frau die verschriebenen Medikamente keine Wirkung zeigen, weil diese nie an Schwarzen Frauen getestet wurden, besteht auch dringender Handlungsbedarf. Wir alle sind verschieden, und die Medizin muss sich mit dieser Vielfalt auseinandersetzen.

Es ist unerlässlich, das Denken in Schubladen hinter sich zu lassen, denn letztlich profitierten alle von einem differenzierten Blick – sowohl in der Forschung als auch in der Anwendung. Angehende Mediziner:innen müssten bereits während des Studiums mit Gender Medizin und Diversität in Berührung kommen. Es dürfe kein Wahlfach für ohnedies bereits Interessierte sein, sondern müsse verpflichtend ins Curriculum jedes Medizinstudiums aufgenommen werden. 

Wir sehen unsere „Kunst im öffentlichen Raum“-Installationen nie losgelöst vom Kontext des Gebäudes und der Location. Insofern bildet der Ort, an dem der neue SOLANGE-Satz montiert wird, eine wunderbare Synthese: Eine Universitätsklinik ist sowohl Forschungs- als auch Behandlungsort. Täglich gehen Hunderte Mediziner:innen, medizinisches Fachpersonal, andere Klinikangestellte und Patient:innen hier ein und aus. Sie alle werden den SOLANGE-Satz lesen, sich Gedanken machen, vielleicht das Wort „Diversität“ googeln und anfangen, darüber zu reden. Und ein Gespräch ist bereits ein erster Schritt Richtung Veränderung.

Mögen Begriffe wie „Diversität“ auf’s Erste auch sperrig klingen und möglicherweise Verwirrung stiften, so sehen wir uns einer langen Tradition der Frauenbewegung verpflichtet, auch weniger bekannte bzw. neue Begriffe in den Diskurs einzuführen. Solange wir etwas nicht benennen können, existiert es auch nicht. Insofern erfüllt Sprache einen ganz wesentlichen Teil einer Weiterentwicklung feministischer Anliegen.

Wir wollen mit SOLANGE möglichst viele engagierte Menschen ansprechen, welchen Diversität in der Medizin ein Anliegen ist. Veränderung ist nur möglich, wenn wir viele dafür gewinnen. 

Come join us in spreading equality!

in großartiger Kooperation mit:

Tina Themel (Text/Redaktion)

Vivian Simbürger, http://www.kunst-simbuerger.at (Stickerei)

Marie Themel (Instagram Managerin)

Birgit Schmoltner Communications, http://www.birgitschmoltner.com (Presse)

Margarethe Clausen (text editing english)

Foto:WEST.Fotostudio

Rektor W.Fleischhacker, Herr Wohlfarter, Medizinerin M. Hochleitner, K.Cibulka

unser 16. netz an der medizinischen Universität Innsbruck

15. SOLANGE NETZ AM ALTEN RATHAUS IN SALZBURG

(FOTO: STADT SALZBURG/ Alexander Killer)

Wir freuen uns sehr über unser 1. Netz in Salzburg an diesem wunderbaren Ort!

Was aber will uns dieser neue SOLANGE-Satz sagen? Empowerment steht für (Selbst)Ermächtigung, für die Übertragung von Verantwortung, für Autonomie und Selbstbestimmung.

Frauen sind vielfach überdurchschnittlich gut ausgebildet und dennoch unterdurchschnittlich in Führungspositionen vertreten. Sie werden am Weg nach oben blockiert und stoßen an die oft zitierte ‚gläserne Decke’. Männern gelingt es durch Beharrlichkeit und perfekte Netzwerke bewundernswert gut, ihre Macht-Positionen zu verteidigen. Sie haben die Leitung und sie stehen auf der Leitung. Weshalb sonst sollten sie gut qualifizierte Kolleginnen nicht fördern, sie nicht zum Aufstieg ermutigen? Es scheint geradezu paradox, dass oft sogar geringer qualifizierte Männer die Vorgesetzten und überqualifizierte Frauen in Assistenz-Positionen eingeparkt sind.

Diesem weit verbreiteten Phänomen könnte man beispielsweise mit einer Quote begegnen, damit sich das Gefälle endlich zugunsten der Frauen verändere. Denn dass Leistung nicht der alleinige Schlüssel zur Macht sei, lässt sich durch zahlreiche Studien belegen. 

Empowerment beginnt jedoch schon viel früher. Durch eine faire Aufteilung der unbezahlten Care- und Hausarbeit kann überhaupt erst Raum für die Autonomie von Frauen geschaffen werden. Kinder lernen bekanntermaßen am meisten über Vorbilder. Je eher die strukturelle Benachteiligung von Frauen beseitigt wird, desto mehr Verantwortung können Frauen im Berufsleben übernehmen. 

Ermöglicht wurde diese künstlerische Intervention durch die Initiative dreier Salzburger Powerfrauen: Karin Berthold, Stadträtin für Bauwesen, Andrea Klambauer, Landesrätin für Wohnen, Frauen und Familien und  die Energieexpertin und Physikerin Brigitte Bach als Vorstandsmitglied der Salzburg AG wollen gemeinsam ein starkes feministisches Signal setzen und engagierten uns für die Umsetzung. Vielen Dank für die gute Zusammenarbeit!

Wir sehen unsere „Kunst im öffentlichen Raum“-Installationen nie losgelöst vom Kontext des Gebäudes und der Location. Insofern ist der Ort, an dem der neue SOLANGE-Satz montiert wird, sehr passend: das Alte Rathaus, ein Zentrum der politischen Macht, früher rein männlich dominiert. In naher Zukunft werden die Blockierer, also jene, die auf der Leitung stehen, die Verlierer sein. Sie werden lernen, dass gemischt-geschlechtliche Teams erfolgreicher sind. Sie werden lernen (müssen), dass eine Frau an der Spitze ein enormer Gewinn sein kann – fachlich wie menschlich. Solange dies noch nicht passiert, werden wir weitere SOLANGE-Sätze sticken.

Wir wollen mit SOLANGE möglichst viele engagierte Menschen ansprechen, denen Empowerment ein Anliegen ist. Veränderung ist nur möglich, wenn wir viele dafür gewinnen. 

Come join us in spreading equality!

in wunderbarer Zusammenarbeit mit

Tina Themel (Text/Redaktion)

Vivian Simbürger, http://www.kunst-simbuerger.at (Stickerei)

Margarethe Clausen (text editing english), 

Marie Themel (Instagram Managerin)

15. SOLANGE NETZ AM ALTEN RATHAUS IN SALZBURG

KUNST IM ZWISCHENRAUM

KUNST IM ZWISCHENRAUM versteht sich als künstlerische Intervention im 

temporären Leerstand (Kiebachgasse 17) und stellt eine erstmalige Kollaboration 

zwischen Innsbruck Marketing und Tiroler Künstler:innenschaft dar.

Gemeinsam mit dem Künstler Thomas Medicus bespiele ich die Auslagen eines leerstehenden Geschäftslokals in der Innsbrucker Innenstadt.

Come and have a look!

We certainly don’t do it for the money (2012)
Neonschrift, 12 x 200 cm
Der Schriftzug greift die Problematik der (Selbst-) Ausbeutung im neoliberalen Zeitalter auf. Leuchtendrot scheint der Satz aus dem Geschäftslokal heraus. Die Signalwirkung der Farbe in Kombination mit dem zittrig flackernden Neon in handschriftlicher Typographie ist programmatisch, sanft zynisch, zugleich mahnend. 
Fotos: Daniel Jarosch

KUNST IM ZWISCHENRAUM

14. solange Netz am Künstlerhaus in Wien

Foto: Katharina Cibulka

Anlässlich der Gruppenausstellung WHEN GESTURE BECOMES EVENT umhüllen wir

mit unserem seriell angelegten Kunstprojekt

SOLANGE / AS LONG AS die Fassade des Künstlerhauses am Karlsplatz.

Ab 1. Dezember 2020 bis April 2021 ist die Arbeit dort zu sehn.

Auffallend ist, dass der aktuelle SOLANGE-Satz im Gegensatz zu unseren bisherigen

feministischen Baustellen-Installationen einen anderen Klang hat. Wurde bislang eine klar

formulierte Benennung eines gesellschaftlichen Missstandes in ein Staubschutznetz

eingestickt, so halten wir nun inne, wenden die Satzkonstruktion und biegen diese

sanft in eine andere Richtung.

„Die Zumutungen der Pandemie fordern uns alle maximal. Das Attentat in Wien erschüttert

mich zutiefst. Angesichts dessen, was wir in diesem Jahr durchleben, ist es mir derzeit

unmöglich, eine weitere feministische Forderung zu stellen.“, erläutert Cibulka ihre

Beweggründe. „Gleichzeitig zeigt mir der Wahlausgang in den USA mit Kamala Harris, die

erste Woman of Color als Vizepräsidentin, wie rasch das Pendel auch wieder in die andere

Richtung ausschlagen und Hoffnung wachsen kann. “

The hope we spread is stronger than the fear we face. Die Künstlerin will mit einem

umfangreichen Hoffnungspaket in das Neue Jahr starten – verbinden, den Dialog suchen,

Brücken bauen, die Komfortzonen verlassen und das Gespräch suchen, zuhören und auf

Fragen eingehen – all dies sind zentrale Facetten feministischer, aber auch

gesellschaftspolitischer Ansätze. In Cibulkas Arbeiten sind diese Aspekte zentral und nicht

voneinander zu trennen.

In diesem Sinn nimmt Cibulkas Beitrag buchstäblich den Faden des Ausstellungsthemas

WHEN GESTURE BECOMES EVENT auf und stickt ihn gedanklich weiter.

„Solidarität ohne Grund“ auf Basis von Vielfalt und Diversität zu initiieren könnte

demzufolge der nächste Schritt nach den Erfahrungen der letzten Wochen und Monate

sein. Uns unserer eigenen Verletzlichkeit bewusst zu sein, ist die Voraussetzung für

Empathie, und Empathie hingegen Grundlage für Solidarität. Das Trennende wird ins

Abseits gestellt, die Sehnsucht nach einem WIR rückt in den Vordergrund. Dieser

Gedankenkette folgend ist Feminismus ein Puzzle-Teil im Bemühen um eine Welt, in der

Respekt als wertvollste Ressource gesehen wird – ein respektvoller Umgang aller

Geschlechter, Religionen, Kulturen … aber auch Respekt vor der Umwelt als Basis unseres

Lebens.

Foto: Katharina Cibulka

in Kooperation mit: Vivian Simbürger (Textilkünstlerin), Tina Themel (Text Editing

Deutsch, Kommunikation) Margarethe Clausen (Text Editing English), Marie Themel

(Instagram)

zur Ausstellung:

WHEN GESTURE BECOMES EVENT | KO GESTA POSTANE DOGODEK | WENN DIE

GESTE ZUM EREIGNIS WIRD

Die von Alenka Gregorič und Felicitas Thun-Hohenstein kuratierte Gruppenschau stellt

das emanzipatorische Potenzial von Kunst, die als Plattform solidarischer Praxis fungiert,

sowie die damit einhergehenden Möglichkeiten und Unwägbarkeiten in den Mittelpunkt.

Ziel der Ausstellung ist es, eine neue Grammatik für eine „Solidarität ohne Grund“ zu

entwickeln, die der Vielfalt und der Diversität Rechnung trägt.

Foto: Ferdinand Cibulka

14. solange Netz am Künstlerhaus in Wien

HILDE-ZACH- KUNSTSTIPENDIUM DER STADT INNSBRUCK

Ich freue mich sehr über den Erhalt des Hilde-Zach-Kunststipendiums der Stadt Innsbruck!

Foto: Stadt Innsbruck

„Katharina Cibulka überzeugte die Jury mit einer „konsequenten künstlerischen Position, in der sie relevante gesellschaftliche Themen bearbeitet und damit über Innsbruck und Österreich hinaus Strahlkraft beweist. Mit ihren Arbeiten im öffentlichen Raum erreicht sie eine breite Öffentlichkeit und schafft dadurch einen breiten Diskurs zu aktuellen Fragestellungen wie die Gleichstellung der Frau, soziale Gerechtigkeit oder Gemeinschaftlichkeit.“

Gratulation auch an Janine Weger, die das Förderstipendium erhielt!

HILDE-ZACH- KUNSTSTIPENDIUM DER STADT INNSBRUCK

das 13. SOLANGE Netz IM GOLDENEN HERZEN WIENS, Tuchlauben 4

Foto: Katharina Cibulka

Eine feministische Kunst-Intervention im Herzen Wiens, an einem DER Tourist:innen-Pfade, gesäumt von zahlreichen Flagship Stores der internationalen Top-Marken, ein Ort des sichtbaren Wohlstandes: Was liegt näher, als die Verteilung von Arbeit und Geld zum Thema zu machen und aus feministischer Sicht zu hinterfragen? 

Der neue SOLANGE-Satz thematisiert nicht nur den gender pay gap zwischen den Einkommen von Frauen und Männern, sondern auch den Kampf – vor allem der jüngeren Generation – für nachhaltige Veränderung. „ … while I work for change …“ meint das Wechselgeld bzw. Kleingeld ebenso wie den konkreten Einsatz für eine mögliche faire Zukunft. In diesem kurzen Nebensatz, der in seiner Mehrdeutigkeit schwer ins Deutsche übersetzbar ist, steckt die Arbeit für wenig Geld, aber auch die nicht bezahlte Hausarbeit, die care-Arbeit inner- und außerhalb der Familie, die in großer Mehrheit von Frauen geleistet wird. Die aktuelle Corona-Krise zeigt überdeutlich, dass Frauen als erste und größte Gruppe von Arbeitslosigkeit betroffen sind.

Aus diesem Verständnis heraus haben wir zwei mögliche Übersetzungen des aktuellen SOLANGE-Satzes ins Deutsche gewählt:

Solange er auf Profit setzt und ich auf den Wandel, bin ich Feminist:in.

Solange er an der Börse abräumt, während ich meine kaum fülle, bin ich Feminist:in.

Foto: Florian Biber

„Über das Geschlecht werden nach wie vor weitreichende Unterschiede markiert bzw. definiert. Seit Jahrzehnten sind gender pay gap, mangelnde Lohntransparenz, Auswirkungen von schlecht bezahlten Teilzeit-Jobs auf die Pension regelmäßig wiederkehrende Themen“, argumentiert die Künstlerin. „SOLANGE stickt dieses zentrale feministische Thema mitten ins goldene Wiener Herz: SOLANGE soll aufrütteln, zur Diskussion anregen, bewusst machen, dass Veränderung unser aller Aufgabe ist.“

Cibulka sieht ihre „Kunst im öffentlichen Raum“-Installationen immer in Verbindung zum Kontext des Gebäudes, zum geographischen Umfeld. Eine Bank an so prominenter Adresse steht symbolreich für Wohlstand und Macht.Gleichzeitig besteht die Aufgabe einer Bank darin, Geld umzuverteilen, also jenen zur Verfügung zu stellen, die es benötigen. Insofern ermöglicht eine Bank auch Veränderung. Der neue SOLANGE-Slogan passt somit perfekt zur Geschichte des Gebäudes, an dem das Netz montiert wird. 

Ganz im Sinne der Künstlerin will SOLANGE möglichst viele engagierte Menschen ansprechen, die Veränderungen vorantreiben wollen: das Schließen der Gehaltslücke zwischen Frauen und Männern, die Verteilung der unbezahlten Arbeit auf alle Geschlechter gleichermaßen, das wirkmächtige Engagement zum Schutz unseres Planeten. Banken können durch vielfältigen Einsatz ihrer Instrumentarien eine Schlüsselrolle bei notwendigen Systemänderungen spielen. Veränderung ist nur möglich, wenn wir viele dafür gewinnen. 

Im diskursiv-orientieren Kunstprojekt SOLANGE geht es der Künstlerin und ihrem Team darum, Brücken zwischen den unterschiedlichen Erfahrungswelten zu bauen, mehr Verständnis füreinander zu generieren und einen Dialog in Gang zu bringen: vor Ort, direkt im Umfeld der Baustelle oder auf Instagram, wo laufend neue SOLANGE-Sätze gepostet werden. Aus diesem Fundus generiert Cibulka wiederum neue Themen und Slogans für weitere Netze. Die Ziele für eine Zukunft auf Augenhöhe sind hoch gesteckt: SOLANGE soll von Österreich aus die Welt erobern – an Themen mangelt es bislang nicht.

Come join us in spreading equality! 

ZEITRAUM DER INSTALLATION:

August 2020-Dezember 2020

in Kooperation mit:

Vivian Simbürger (Textilkünstlerin), Tina Themel (Text Editing Deutsch, Kommunikation), Birgit Schmoltner (Presse), Marie Themel (Instagram)  Margarethe Clausen (Text Editing English)

www.katharina-cibulka.com

#solange 2018

@solange_theproject

das 13. SOLANGE Netz IM GOLDENEN HERZEN WIENS, Tuchlauben 4

12.solange Netz an der Linken Wienzeile 168

Fotos: Florian Biber

Am 1. Juli 2020 wurde in der Linken Wienzeile 168 im 6. Wiener Gemeindebezirk ein neues SOLANGE-Netz montiert. Die Präsentation der Intervention im öffentlichen Raum findet in Anwesenheit der Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler, der Stadträtin für Wohnen, Wohnbau, Stadterneuerung und Frauen Kathrin Gaál sowie des Bezirksvorstehers Markus Rumelhart statt.

Katharina Cibulka, Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler, Frauenstadträtin Kathrin Gaal, Bezirksvorsteher Markus Rumelhart, Wiener Wohnen-Direktorin Karin Ramser 

Wie auch die Baustellen-Verhüllung am ehemaligen Hotel Kummer in der Schadekgasse sowie das Netz auf dem Sirius Gebäude am Simone-De-Beauvoir Platz in der Seestadt Aspern wird auch diese künstlerische Installation von KÖR Wien gefördert. Die besondere Herausforderung dieser Verhüllung entsteht durch die vorstehenden Balkone: Das SOLANGE-Netz kann nicht flächig gespannt werden, sondern schmiegt sich quasi an die Baustruktur an. Aufgrund dieser baulichen Vorgabe stellt die Künstlerin SOLANGE buchstäblich auf den Kopf:

Augen-Höhen_Angst?

SOLANGE DU AUGEN-HÖHEN-ANGST HAST, BIN ICH FEMINIST:IN

Wir müssen unsere Köpfe drehen, um den Satz zu dechiffrieren, denn er verläuft vertikal, von unten nach oben. Blickt man von oben nach unten, könnte man leicht Höhenangst bekommen – oder doch eher Angst vor Augenhöhe? Cibulka spielt bewusst mit dieser Wortkreation, die von beiden Seiten lesbar ist. „Wir haben in allen Bereichen sehr starke und gut ausgebildete Frauen, doch wenn diese Richtung Erfolg, sprich Berggipfel streben, setzt bei immer noch vielen Männern offenbar Augen-Höhen-Angst ein. Sie verteidigen ihre Herrschaft bislang äußerst erfolgreich“ erläutert Cibulka.

Umgekehrt werde Frauen oft nachgesagt, sie hätten keinen Zug zur Spitze, sprich sie wären diejenigen, die quasi Höhenangst hätten – auch dies eine Argumentationsstrategie, die leicht zu durchschauen sei. 

Im zweiten Teil des Satzes findet sich eine kleine Veränderung zur bisherigen Struktur der SOLANGE-Sätze: War es Katharina Cibulka in der Anfangsphase des Projektes wichtig, die Sprecherin oder den Sprecher eindeutig als Frau/Feministin oder Mann/Feminist sprachlich zu markieren, so entsteht nun durch „bin ich Feminist:in“ eine Öffnung hin zu allen Geschlechtern und somit ein Aufbrechen der rein binären Geschlechterstruktur.

The winning Team! Vivian Simbürger stickt, Katharina Cibulka macht, Tina Themel textet und Marie Themel instagrammt

12.solange Netz an der Linken Wienzeile 168

AM 1.7.2020 KOMMT DAS 12. SOLANGE NETZ IN DIE LINKE WIENZEILE 168 – hier eine Rückschau

SOLANGE passiert in Kooperation mit:

Vivian Simbürger (Textilkünstlerin, Sticken)

Tina Themel (Textredaktion deutsch)

Birgit Schmoltner (Presse)

Marie Themel (Instagram) @solange_theproject, #solange2018

Margarethe Clausen (Text Editing English)

AM 1.7.2020 KOMMT DAS 12. SOLANGE NETZ IN DIE LINKE WIENZEILE 168 – hier eine Rückschau