12.solange Netz an der Linken Wienzeile 168

Fotos: Florian Biber

Am 1. Juli 2020 wurde in der Linken Wienzeile 168 im 6. Wiener Gemeindebezirk ein neues SOLANGE-Netz montiert. Die Präsentation der Intervention im öffentlichen Raum findet in Anwesenheit der Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler, der Stadträtin für Wohnen, Wohnbau, Stadterneuerung und Frauen Kathrin Gaál sowie des Bezirksvorstehers Markus Rumelhart statt.

Katharina Cibulka, Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler, Frauenstadträtin Kathrin Gaal, Bezirksvorsteher Markus Rumelhart, Wiener Wohnen-Direktorin Karin Ramser 

Wie auch die Baustellen-Verhüllung am ehemaligen Hotel Kummer in der Schadekgasse sowie das Netz auf dem Sirius Gebäude am Simone-De-Beauvoir Platz in der Seestadt Aspern wird auch diese künstlerische Installation von KÖR Wien gefördert. Die besondere Herausforderung dieser Verhüllung entsteht durch die vorstehenden Balkone: Das SOLANGE-Netz kann nicht flächig gespannt werden, sondern schmiegt sich quasi an die Baustruktur an. Aufgrund dieser baulichen Vorgabe stellt die Künstlerin SOLANGE buchstäblich auf den Kopf:

Augen-Höhen_Angst?

SOLANGE DU AUGEN-HÖHEN-ANGST HAST, BIN ICH FEMINIST:IN

Wir müssen unsere Köpfe drehen, um den Satz zu dechiffrieren, denn er verläuft vertikal, von unten nach oben. Blickt man von oben nach unten, könnte man leicht Höhenangst bekommen – oder doch eher Angst vor Augenhöhe? Cibulka spielt bewusst mit dieser Wortkreation, die von beiden Seiten lesbar ist. „Wir haben in allen Bereichen sehr starke und gut ausgebildete Frauen, doch wenn diese Richtung Erfolg, sprich Berggipfel streben, setzt bei immer noch vielen Männern offenbar Augen-Höhen-Angst ein. Sie verteidigen ihre Herrschaft bislang äußerst erfolgreich“ erläutert Cibulka.

Umgekehrt werde Frauen oft nachgesagt, sie hätten keinen Zug zur Spitze, sprich sie wären diejenigen, die quasi Höhenangst hätten – auch dies eine Argumentationsstrategie, die leicht zu durchschauen sei. 

Im zweiten Teil des Satzes findet sich eine kleine Veränderung zur bisherigen Struktur der SOLANGE-Sätze: War es Katharina Cibulka in der Anfangsphase des Projektes wichtig, die Sprecherin oder den Sprecher eindeutig als Frau/Feministin oder Mann/Feminist sprachlich zu markieren, so entsteht nun durch „bin ich Feminist:in“ eine Öffnung hin zu allen Geschlechtern und somit ein Aufbrechen der rein binären Geschlechterstruktur.

The winning Team! Vivian Simbürger stickt, Katharina Cibulka macht, Tina Themel textet und Marie Themel instagrammt

12.solange Netz an der Linken Wienzeile 168

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