21. SOLANGE NETZ AM RATHAUS IN BREGENZ

Rathaus Bregenz

Seit 2018 beschäftigen wir uns mit der Frage, wie lange man den Feminismus noch brauchen wird. Unsere im traditionellen Kreuzstich von Hand gefertigten SOLANGE-Sätze sollen nach wie vor bestehende Missstände benennen. Dabei ist uns wichtig, dass unsere Slogans frei von Anklage sind: Meine Intention ist das Sichtbarmachen von gesellschaftspolitischen Schieflagen und das Sensibilisieren. Es geht mir nie um Schuldzuweisung, auch nicht um ein Verharren im Täter-Opfer-Denken, sondern um Anregung zur Diskussion. Eine Prise Humor kann dabei ein hilfreiches Werkzeug sein.

Aufgrund der aktuellen Zahlen im kürzlich erschienenen Vorarlberger Gleichstellungsbericht 2021, in dem der Frauenanteil in Führungspositionen gering, in Fragen der Karenz und Pflege jedoch frappant hoch ist, finden wir, dass ein Stellungswechsel mehr als angebracht ist. Für uns sind feministische Forderungen kein Frauenthema. Sie sollen viel mehr gesellschaftspolitisch relevante Probleme aufzeigen, deren Lösung alle interessieren sollten.

Darüber hinaus sind natürlich auch Politik und Wirtschaft gefordert, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Ohne flexiblere Arbeitszeitmodelle, ein Schließen der Gehaltsschere und zusätzliche Kinderbetreuungseinrichtungen wird sich die Situation nicht so schnell ändern. Wir sehen unsere „Kunst im öffentlichen Raum“-Installationen nie losgelöst vom Kontext des Gebäudes und der Location. Insofern bildet der Ort, an dem der neue SOLANGE-Satz montiert wird, eine wunderbare Synthese: Ein Rathaus ist ein Ort, wo man sich Rat holen kann, also eine Servicestelle für alle Bürger:innen dieser Stadt; gleichzeitig aber auch ein Haus, in dem beratschlagt wird, wichtige Entscheidungen für die Zukunft getroffen werden. Der Umbau soll dem Zweck dienen, dieses Haus weiter zu öffnen, barrierefreier zu machen. SOLANGE wird während der Bauphase mit weichem pinkem Tüll und Gleichstellungsmessage von außen nach innen und vice versa seine Wirkung entfalten.

SOLANGE will möglichst viele interessierte und engagierte Menschen ansprechen. Veränderung ist nur möglich, wenn wir viele dafür gewinnen und endlich den Artikel 1 (Freiheit, Gleichheit, Solidarität) der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 umsetzen: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Solidarität begegnen.“

Ganz in diesem Sinne rufen wir zur Partizipation bei SOLANGE auf: 

Come join us in spreading equality!

Großer Dank an mein großartiges Team

Solange Team: Vivian Simbürger (Textilkünstlerin), Tina Themel (Text Editing Deutsch, Kommunikation), Margarethe Clausen (Text Editing English), Marie Themel (Instagram)

Und vielen Dank auch an die Initiatorin Carina Kirisits, neue Frauenbeauftragte der Stadt Bregenz!

Bürgermeister Michael Ritsch, Vizebürgermeisterin Sandra Schoch, Künstlerin Katharina Cibulka, Kulturstadtrat Michael Rauth © Udo Mittelberger
21. SOLANGE NETZ AM RATHAUS IN BREGENZ

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