unser erstes Netz in Deutschland hängt rechtzeitig zum Schulanfang am Goethegymnasium in Freiburg (Nummer 22)

Foto: Marc Doradzillo, Goethegymnasium Freiburg

Wir stehen vor epochalen Herausforderungen: Klimakrise, Pandemie, Terror, Migration und jüngst – die katastrophale Lage der Mädchen und Frauen in Afghanistan. Unsere Kinder wachsen in einem Umfeld der „Dauerkrise“ heran. Wie sollen sie positive Zukunftsbilder entwickeln, wenn sie ausschließlich von Negativnachrichten umgeben sind? Wenn kein Raum mehr für Visionen bleibt, wenn Zukunftsvorstellungen dort enden, wo es eigentlich losgehen sollte: im Hier und Jetzt? 

„Die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen beginnt heute. Wir sind dringend angehalten, positive Szenarien zu entwickeln, in denen sie sich ernst genommen, gesehen und gehört erleben, ihre Wirkung entfalten können. Erfahrung ist wichtig, aber auf die Innovationskraft der Jugend freiwillig zu verzichten, ist schlichtweg arrogant. Eine gleichberechtigte Gesellschaft basiert auf Augenhöhe, ist selbstverständlich divers. Eine Politik der Zukunft inkludiert junge Menschen. Wir alle sehnen uns nach Visionen von einer lebenswerten, fairen und nachhaltigen Welt“, sind wir überzeugt.  

Wir sehen unsere „Kunst im öffentlichen Raum“- Installationen nie losgelöst vom Kontext des Gebäudes. Das Goethegymnasium war von der Gründung 1663 an eine Bildungsstätte für Mädchen, erst 1966 begann die Phase der Koedukation. Dieses historische Gebäude ist also ein Ort, der aufgeladen ist mit intensiver Mädchenenergie. Heute fördert die Schulgemeinschaft die Bildung und Vertiefung sozialer Einstellungen und Werte wie Einfühlungsvermögen, Kommunikationsfähigkeit, Team- und Kooperationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit und Toleranz – klassisch weibliche Tugenden, würden auch heute noch viele sagen. Es sind genau jene Eigenschaften, welche die Welt von morgen braucht, jene Werte, die das Gegenteil von toxischer Männlichkeit sind. Auf Basis dieser Werte können Visionen wachsen, die unsere Welt wieder zu einer besseren machen. „Wenn wir auf Kooperation statt auf Konfrontation setzen, dann kann Zukunft gelingen. Das gilt sowohl für das Verhältnis aller Geschlechter zueinander als auch für die Bewahrung unserer Umwelt. Das klassisch männliche Prinzip der Konkurrenz hat ausgedient. Die Zukunft ist bunt, weltoffen und tolerant.“ so die Künstlerin. 

Come join us in spreading equality!

(Im Herbst 2021 sind Workshops mit den Schüler:innen des Goethegymnasiums zum Thema Feminismus, Gendersensibilisierung und Aktivismus geplant.)

in Kooperation mit:

Stadt Innsbruck und Stadt Freiburg im Rahmen der Städtepartnerschaft

Vivian Simbürger (Textilkünstlerin), Tina Themel (Text Editing Deutsch, Kommunikation)  Margarethe Clausen (Text Editing English), Marie Themel (Instagram)

Großen Dank an mein großartiges Team und Katrin Heiss (Stadt Innsbruck) und Ann-Kathrin Harr (Stadt Freiburg) und Wolfgang Michalke-Leicht (Schulleiter des Goethe Gymnasiums)

Foto: Marc Doradzillo, Goethegymnasium Freiburg

unser erstes Netz in Deutschland hängt rechtzeitig zum Schulanfang am Goethegymnasium in Freiburg (Nummer 22)

21. SOLANGE NETZ AM RATHAUS IN BREGENZ

Rathaus Bregenz

Seit 2018 beschäftigen wir uns mit der Frage, wie lange man den Feminismus noch brauchen wird. Unsere im traditionellen Kreuzstich von Hand gefertigten SOLANGE-Sätze sollen nach wie vor bestehende Missstände benennen. Dabei ist uns wichtig, dass unsere Slogans frei von Anklage sind: Meine Intention ist das Sichtbarmachen von gesellschaftspolitischen Schieflagen und das Sensibilisieren. Es geht mir nie um Schuldzuweisung, auch nicht um ein Verharren im Täter-Opfer-Denken, sondern um Anregung zur Diskussion. Eine Prise Humor kann dabei ein hilfreiches Werkzeug sein.

Aufgrund der aktuellen Zahlen im kürzlich erschienenen Vorarlberger Gleichstellungsbericht 2021, in dem der Frauenanteil in Führungspositionen gering, in Fragen der Karenz und Pflege jedoch frappant hoch ist, finden wir, dass ein Stellungswechsel mehr als angebracht ist. Für uns sind feministische Forderungen kein Frauenthema. Sie sollen viel mehr gesellschaftspolitisch relevante Probleme aufzeigen, deren Lösung alle interessieren sollten.

Darüber hinaus sind natürlich auch Politik und Wirtschaft gefordert, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Ohne flexiblere Arbeitszeitmodelle, ein Schließen der Gehaltsschere und zusätzliche Kinderbetreuungseinrichtungen wird sich die Situation nicht so schnell ändern. Wir sehen unsere „Kunst im öffentlichen Raum“-Installationen nie losgelöst vom Kontext des Gebäudes und der Location. Insofern bildet der Ort, an dem der neue SOLANGE-Satz montiert wird, eine wunderbare Synthese: Ein Rathaus ist ein Ort, wo man sich Rat holen kann, also eine Servicestelle für alle Bürger:innen dieser Stadt; gleichzeitig aber auch ein Haus, in dem beratschlagt wird, wichtige Entscheidungen für die Zukunft getroffen werden. Der Umbau soll dem Zweck dienen, dieses Haus weiter zu öffnen, barrierefreier zu machen. SOLANGE wird während der Bauphase mit weichem pinkem Tüll und Gleichstellungsmessage von außen nach innen und vice versa seine Wirkung entfalten.

SOLANGE will möglichst viele interessierte und engagierte Menschen ansprechen. Veränderung ist nur möglich, wenn wir viele dafür gewinnen und endlich den Artikel 1 (Freiheit, Gleichheit, Solidarität) der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 umsetzen: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Solidarität begegnen.“

Ganz in diesem Sinne rufen wir zur Partizipation bei SOLANGE auf: 

Come join us in spreading equality!

Großer Dank an mein großartiges Team

Solange Team: Vivian Simbürger (Textilkünstlerin), Tina Themel (Text Editing Deutsch, Kommunikation), Margarethe Clausen (Text Editing English), Marie Themel (Instagram)

Und vielen Dank auch an die Initiatorin Carina Kirisits, neue Frauenbeauftragte der Stadt Bregenz!

Bürgermeister Michael Ritsch, Vizebürgermeisterin Sandra Schoch, Künstlerin Katharina Cibulka, Kulturstadtrat Michael Rauth © Udo Mittelberger
21. SOLANGE NETZ AM RATHAUS IN BREGENZ

Landespreis für zeitgenössische Kunst 2021

Ich freue mich sehr über den Landespreis für zeitgenössische Kunst des Landes Tirols.

Danke dafür!

Die Verleihung finder erst im September statt.

Besonders gefällt mir die Begründung der Jury:

„Katharina Cibulka hinterfragt mit ihren Arbeiten pointiert gesellschaftspolitische Zusammenhänge hinsichtlich ihrer sozialen Gerechtigkeit. Ihre Praxis besticht dabei durch formale Präzision in einem weiten Spektrum an Ausdrucksformen wie Interventionen im öffentlichen Raum, Fotografien, Installationen und Videos sowie Text-und Soundarbeiten. Auch auf den Kunstbetrieb selbst wendet Cibulka die weitreichenden und ungemütlichen Fragen nach Ausschlüssen, Wertungen und Ungerechtigkeiten an. Ihre Kunst erscheint somit als schöner Finger, der sich immer wieder auf Wunden legt, auf dass wir uns deren Ursachen endlich annehmen“.

Landespreis für zeitgenössische Kunst 2021

solange (19 und 20) zweisprachig am Stadtpfarrturm in Klagenfurt!

Was für eine Woche!

Wieder einmal ist ein Wunder geschehen!

SOLANGE ist nach 2 Jahren intensiver Arbeit, vielen auf und ab’s, Zu- und Absagen, texten und umtexten…an der höchsten Baustelle Klagenfurts gelandet, 500 qm groß mit 109 cm großen Buchstaben, am Stadtpfarrturm in Klagenfurt, mitten im Zentrum.

Foto: Christian Brandstätter

Zur Gleichberechtigung aller Geschlechter ist der Weg noch ein weiter. Dies trifft auch auf die Kirche zu. Dass die Bereitschaft der einheimischen Diözese groß war, selbst an der Formulierung eines zum Stadtpfarrturm passenden Satzes mitzuwirken bzw. diesen sogar zu entwickeln, entspricht dem Grundgedanken von SOLANGE.

Unsere SOLANGE-Sätze entstehen immer aus einem intensiven Austausch mit den Menschen vor Ort. In der Interpretation des Dompfarrers Peter Allmaier klingt das folgendermaßen: „„Manche Herren glauben Gott zu sein, weil Glauben ein Unwissen bezeichnet. Diese Herren haben keine Ahnung. Einer Ahnung allerdings bedarf es. Sie wüssten dann um den Zusammenhang von Glauben und Vertrauen. „Ich glaube dir“, sagt man zu einem Menschen. Dabei glaubt man nicht irgendetwas, sondern drückt sein Vertrauen aus. Wer darauf vertraut, dass Gott Gott ist, braucht nicht selbst Gott zu spielen. Man kann der Schöpferkraft Gottes vertrauen, die Verschiedenheit unendlich durchzuspielen und doch zu sagen: Ihr seid alle meine Kinder und ich bin in alle gleich verliebt. Es ist ein Zeichen von Unwissen, aus der Verschiedenheit eine Praxis der Ungleichheit abzuleiten, die Benachteiligung heißt. Solange dies geschieht, stelle ich mich auf jene Seite, die benachteiligt wird und deren gleiche Rechte nicht anerkannt werden. Solange dies geschieht, bin ich Feminist.“

Macht, Ohnmacht, Ermächtigung

Wir sehen in diesem vieldeutigen Satz aber nicht nur die Kirche, sondern auch diejenigen Herren in Politik und Wirtschaft angesprochen, deren Bemühungen um Gleichberechtigung und eine faire Gesellschaft bisher ausbleibt. Seit Beginn der Pandemie erfahren gerade Frauen die dunkelste Seite von Ungleichheit; manifest durch vermehrte Gewalt innerhalb jener eigenen Wände, die eigentlich Schutz bieten sollten. Die hohe Zahl an Femiziden in Österreich zeigt dies auf drastische Weise. Wenn sich Männer das Recht herausnehmen, ihren (Ex-)Partnerinnen das Leben zu nehmen, sie gleichsam als Ware, als Besitz zu betrachten, mit dem man nach Gutdünken verfahren kann, ist dies nur die Spitze des Eisberges von systemimmanenter Gewalt.

Come join us in spreading equality!


„Wir setzen uns mit all unserer Kraft für eine solidarische Gesellschaft und einen Diskurs aller Geschlechter auf Augenhöhe ein. Es ist unser wichtigstes Anliegen, das Einende vor das Trennende zu stellen und möglichst Alle in einen Dialog zu holen.“

Mögen weitere Wunder geschehen und starre Rollenbilder ENDLICH verschwinden.

Amen.

Foto: Christian Brandstätter

Großer Dank an mein großartiges Team

Solange Team: Vivian Simbürger (Textilkünstlerin), Tina Themel (Text Editing Deutsch, Kommunikation), Margarethe Clausen (Text Editing English), Marie Themel (Instagram)

und an Lena Freimüller und Thorsten Krieger von Flux 21, die mich im Rahmen von INS FREIE / NA PROSTO 2021 eingeladen haben und mit einem riesigen Einsatz dabei waren. Es war eine lange Reise!

Danke auch an Alina Zeichen (KD BARBA) und Raffaela Lackner (Architektur Haus Kärnten), Pfarrer Gerhard Simonitti und Dompfarrer Peter Allmaier  

solange (19 und 20) zweisprachig am Stadtpfarrturm in Klagenfurt!

SOLANGE NR.18 AN DER FRANZENSFESTE, SÜDTIROL

Foto: Hannes Engl

AS LONG AS IT TAKES BALLS TO GET TO THE TOP, I WILL BE A FEMINIST.

FINCHÈ SERVIRANNO LE PALLE PER ARRIVARE IN CIMA, SARÒ FEMMINISTA.

SOLANGE ES EIER BRAUCHT, UM AN DIE SPITZE ZU KOMMEN, BIN ICH FEMINIST:IN.

Wir freuen uns sehr!

Im Rahmen des als Biennale konzipierten Ausstellungsformates 50x50x50 verhüllen wir mit einem von Hand bestickten Baustellen-Schutznetz einen Teil der Franzensfeste-Fassade.

Was könnte an einem mit so viel männlicher Energie aufgeladenen Ort wie einer Festung passender sein als ein Satz, in dem Männlichkeit mit Mut gleichgesetzt wird. Die männlichen Genitalien scheinen von Großbritannien über Deutschland, Italien, Spanien bis hin zu Frankreich Quell einer Tugend zu sein, die ausschließlich der einen Hälfte der Gesellschaft vorbehalten ist. In unzähligen Redewendungen ist von „den Eiern in der Hose“ zu lesen, die es offenbar braucht, um Großes zu erreichen. Sprachliche Zuschreibungen haben sehr konkrete Auswirkungen auf unser Miteinander, sie erzeugen mächtige Bilder und Assoziationen.

Für Frauen – das „bemitleidenswerte“ Geschlecht mit Eiern, die tief im Inneren verborgen sind, anstatt gut sichtbar im Außenbereich zu baumeln – ist daher der Weg „nach oben“ ein steiniger. Sie stoßen trotz bester Qualifikation an die viel zitierte „gläserne Decke“, wenn sie Karriere machen und sogar ganz an die Spitze vordringen wollen. Was für Männer aufgrund ihrer physischen Grundausstattung und jahrelang gepflegter Netzwerke etwas fast Natürliches ist, gleicht bei Frauen einem äußerst mühsamen Hürdenlauf. Sie schaffen es nur in Ausnahmefällen ganz nach oben, zu viele Stolpersteine säumen ihren Weg. Die Vorstandsetagen beispielsweise gleichen uneinnehmbaren Festungen. 

Welche Forderung spricht für mich aus diesem SOLANGE-Satz?

Wir sprechen hier von ganz einfacher Repräsentanz auf allen Ebenen des gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Lebens. Wie kann es sein, dass vorwiegend Männer Entscheidungen treffen, die uns alle betreffen? An Mut fehlt es uns gewiss nicht, sehr wohl aber an fairen Chancen zur Teilhabe. Solange Mann-Sein die Voraussetzung dafür ist, in Politik und Wirtschaft an die Schalthebel zu gelangen, werden wir SOLANGE-Sätze sticken und diese Missstände übergroß benennen.

Dies möge uns an diesem Ort gut gelingen, ist doch die Franzensfeste von der stark befahrenen Brenner-Autobahn aus äußerst gut zu sehen. 

Wir wünschen uns, dass auch in Südtirol viele dem Leitsatz folgen werden: „Come join us in spreading equality!“

in Kooperation mit:

Vivian Simbürger (Textilkünstlerin), Tina Themel (Text Editing Deutsch, Kommunikation), Margarethe Clausen (Text Editing English), Marie Themel (Instagram)

Foto: Hannes Engl

SOLANGE NR.18 AN DER FRANZENSFESTE, SÜDTIROL

unser 16. netz an der medizinischen Universität Innsbruck

Foto:WEST.Fotostudio

Wir freuen uns sehr, dass wir nun ein so spezifisches Thema wie Diversität in der Medizin öffentlich machen können und danken für die Kooperation mit Frau Professorin Dr.in Margarethe Hochleitner und der Medizinischen Universität Innsbruck.

„Wir müssen auf die Verschiedenheit der Menschen eingehen, wenn wir maßgeschneiderte Medizinangebote und die bestmögliche Behandlung für jede Person anbieten wollen“, erklärt Margarethe Hochleitner, Professorin für Medizin und Diversität an der Medizinischen Universität Innsbruck. Die Leiterin der Koordinationsstelle für Gleichstellung, Frauenförderung und Diversität macht anlässlich des Welt-Frauentages am 8. März 2021 darauf aufmerksam, dass die Berücksichtigung von Geschlechtsunterschieden alleine nicht ausreicht. Frauen und Männer sind die größten Gruppen, für diese liegen auch zwischenzeitlich die meisten Untersuchungen und damit wissenschaftlich basierte Erkenntnisse vor. In der Forschung, in der Lehre und damit auch in der PatientInnenversorgung müssen Aspekte wie Alter, Bildung, soziale sowie ethnische Herkunft, sexuelle oder religiöse Orientierung, aber auch chronische Krankheiten oder Beeinträchtigungen berücksichtigt werden. „Hier besteht in der Forschung ein großer Nachholbedarf, um die bestmögliche Medizin für alle Menschen anbieten zu können“, attestiert Margarethe Hochleitner.

Foto:WEST.Fotostudio

Das Thema Diversität ist seit einiger Zeit im öffentlichen Diskurs vermehrt wahrnehmbar; dennoch ist wahrscheinlich für die Wenigsten klar, wie weitreichend der Begriff zu interpretieren ist. Die Medizin ist ein immens komplexer und vielschichtiger Bereich. Dort, wo die gemeinsamen Angelpunkte von Diversität und Medizin sind, wird es für uns aus feministischer Sicht spannend. Diversität umfasst nicht allein die Vielfalt der Geschlechter, also ein Abwenden von rein binären Geschlechtskonstruktionen, sondern auch das Miteinbeziehen von ethnischen und sozio-ökonomischen Faktoren. Wenn also wissenschaftliche Erkenntnisse in der Medizin auf all diesen Faktoren basieren, nähern wir uns einer auf jedes Individuum zugeschnittenen Medizin. 

Von dieser Ideal-Situation sind wir derzeit aber noch sehr weit entfernt. Die Diversitäts-Dosierung passt noch nicht, und in den meisten Fällen passt sie besonders für Frauen, LGBTQs und andere Ethnien nicht. Nach wie vor orientiert sich die Medizin viel zu stark am weißen, westlichen Mann. Mit dieser Schieflage setzen wir uns in unserem neuen SOLANGE-Satz auseinander:  

Solange bei Frauen Herzinfarkte seltener erkannt werden, weil sie ihre Symptome anders beschreiben als Männer, besteht dringender Handlungsbedarf. Solange bei Männern Osteoporose nicht diagnostiziert wird, weil sie als Frauenkrankheit gilt, besteht dringender Handlungsbedarf. Und solange bei einer Schwarzen Frau die verschriebenen Medikamente keine Wirkung zeigen, weil diese nie an Schwarzen Frauen getestet wurden, besteht auch dringender Handlungsbedarf. Wir alle sind verschieden, und die Medizin muss sich mit dieser Vielfalt auseinandersetzen.

Es ist unerlässlich, das Denken in Schubladen hinter sich zu lassen, denn letztlich profitierten alle von einem differenzierten Blick – sowohl in der Forschung als auch in der Anwendung. Angehende Mediziner:innen müssten bereits während des Studiums mit Gender Medizin und Diversität in Berührung kommen. Es dürfe kein Wahlfach für ohnedies bereits Interessierte sein, sondern müsse verpflichtend ins Curriculum jedes Medizinstudiums aufgenommen werden. 

Wir sehen unsere „Kunst im öffentlichen Raum“-Installationen nie losgelöst vom Kontext des Gebäudes und der Location. Insofern bildet der Ort, an dem der neue SOLANGE-Satz montiert wird, eine wunderbare Synthese: Eine Universitätsklinik ist sowohl Forschungs- als auch Behandlungsort. Täglich gehen Hunderte Mediziner:innen, medizinisches Fachpersonal, andere Klinikangestellte und Patient:innen hier ein und aus. Sie alle werden den SOLANGE-Satz lesen, sich Gedanken machen, vielleicht das Wort „Diversität“ googeln und anfangen, darüber zu reden. Und ein Gespräch ist bereits ein erster Schritt Richtung Veränderung.

Mögen Begriffe wie „Diversität“ auf’s Erste auch sperrig klingen und möglicherweise Verwirrung stiften, so sehen wir uns einer langen Tradition der Frauenbewegung verpflichtet, auch weniger bekannte bzw. neue Begriffe in den Diskurs einzuführen. Solange wir etwas nicht benennen können, existiert es auch nicht. Insofern erfüllt Sprache einen ganz wesentlichen Teil einer Weiterentwicklung feministischer Anliegen.

Wir wollen mit SOLANGE möglichst viele engagierte Menschen ansprechen, welchen Diversität in der Medizin ein Anliegen ist. Veränderung ist nur möglich, wenn wir viele dafür gewinnen. 

Come join us in spreading equality!

in großartiger Kooperation mit:

Tina Themel (Text/Redaktion)

Vivian Simbürger, http://www.kunst-simbuerger.at (Stickerei)

Marie Themel (Instagram Managerin)

Birgit Schmoltner Communications, http://www.birgitschmoltner.com (Presse)

Margarethe Clausen (text editing english)

Foto:WEST.Fotostudio

Rektor W.Fleischhacker, Herr Wohlfarter, Medizinerin M. Hochleitner, K.Cibulka

unser 16. netz an der medizinischen Universität Innsbruck

15. SOLANGE NETZ AM ALTEN RATHAUS IN SALZBURG

(FOTO: STADT SALZBURG/ Alexander Killer)

Wir freuen uns sehr über unser 1. Netz in Salzburg an diesem wunderbaren Ort!

Was aber will uns dieser neue SOLANGE-Satz sagen? Empowerment steht für (Selbst)Ermächtigung, für die Übertragung von Verantwortung, für Autonomie und Selbstbestimmung.

Frauen sind vielfach überdurchschnittlich gut ausgebildet und dennoch unterdurchschnittlich in Führungspositionen vertreten. Sie werden am Weg nach oben blockiert und stoßen an die oft zitierte ‚gläserne Decke’. Männern gelingt es durch Beharrlichkeit und perfekte Netzwerke bewundernswert gut, ihre Macht-Positionen zu verteidigen. Sie haben die Leitung und sie stehen auf der Leitung. Weshalb sonst sollten sie gut qualifizierte Kolleginnen nicht fördern, sie nicht zum Aufstieg ermutigen? Es scheint geradezu paradox, dass oft sogar geringer qualifizierte Männer die Vorgesetzten und überqualifizierte Frauen in Assistenz-Positionen eingeparkt sind.

Diesem weit verbreiteten Phänomen könnte man beispielsweise mit einer Quote begegnen, damit sich das Gefälle endlich zugunsten der Frauen verändere. Denn dass Leistung nicht der alleinige Schlüssel zur Macht sei, lässt sich durch zahlreiche Studien belegen. 

Empowerment beginnt jedoch schon viel früher. Durch eine faire Aufteilung der unbezahlten Care- und Hausarbeit kann überhaupt erst Raum für die Autonomie von Frauen geschaffen werden. Kinder lernen bekanntermaßen am meisten über Vorbilder. Je eher die strukturelle Benachteiligung von Frauen beseitigt wird, desto mehr Verantwortung können Frauen im Berufsleben übernehmen. 

Ermöglicht wurde diese künstlerische Intervention durch die Initiative dreier Salzburger Powerfrauen: Karin Berthold, Stadträtin für Bauwesen, Andrea Klambauer, Landesrätin für Wohnen, Frauen und Familien und  die Energieexpertin und Physikerin Brigitte Bach als Vorstandsmitglied der Salzburg AG wollen gemeinsam ein starkes feministisches Signal setzen und engagierten uns für die Umsetzung. Vielen Dank für die gute Zusammenarbeit!

Wir sehen unsere „Kunst im öffentlichen Raum“-Installationen nie losgelöst vom Kontext des Gebäudes und der Location. Insofern ist der Ort, an dem der neue SOLANGE-Satz montiert wird, sehr passend: das Alte Rathaus, ein Zentrum der politischen Macht, früher rein männlich dominiert. In naher Zukunft werden die Blockierer, also jene, die auf der Leitung stehen, die Verlierer sein. Sie werden lernen, dass gemischt-geschlechtliche Teams erfolgreicher sind. Sie werden lernen (müssen), dass eine Frau an der Spitze ein enormer Gewinn sein kann – fachlich wie menschlich. Solange dies noch nicht passiert, werden wir weitere SOLANGE-Sätze sticken.

Wir wollen mit SOLANGE möglichst viele engagierte Menschen ansprechen, denen Empowerment ein Anliegen ist. Veränderung ist nur möglich, wenn wir viele dafür gewinnen. 

Come join us in spreading equality!

in wunderbarer Zusammenarbeit mit

Tina Themel (Text/Redaktion)

Vivian Simbürger, http://www.kunst-simbuerger.at (Stickerei)

Margarethe Clausen (text editing english), 

Marie Themel (Instagram Managerin)

15. SOLANGE NETZ AM ALTEN RATHAUS IN SALZBURG

KUNST IM ZWISCHENRAUM

KUNST IM ZWISCHENRAUM versteht sich als künstlerische Intervention im 

temporären Leerstand (Kiebachgasse 17) und stellt eine erstmalige Kollaboration 

zwischen Innsbruck Marketing und Tiroler Künstler:innenschaft dar.

Gemeinsam mit dem Künstler Thomas Medicus bespiele ich die Auslagen eines leerstehenden Geschäftslokals in der Innsbrucker Innenstadt.

Come and have a look!

We certainly don’t do it for the money (2012)
Neonschrift, 12 x 200 cm
Der Schriftzug greift die Problematik der (Selbst-) Ausbeutung im neoliberalen Zeitalter auf. Leuchtendrot scheint der Satz aus dem Geschäftslokal heraus. Die Signalwirkung der Farbe in Kombination mit dem zittrig flackernden Neon in handschriftlicher Typographie ist programmatisch, sanft zynisch, zugleich mahnend. 
Fotos: Daniel Jarosch

KUNST IM ZWISCHENRAUM