SOLANGE Netz #24 im Juni 2022 an der Universität zu Köln gelandet

Foto: Katharina Cibulka

SOLANGE WIR UNS BEULEN AN GLÄSERNEN DECKEN HOLEN, BIN ICH FEMINIST:IN.

AS LONG AS WE BUMP OUR HEADS ON GLASS CEILINGS, I WILL BE A FEMINIST.
 
Dieses neue Netz macht den sogenannten „glass ceiling effect“ zum Thema. Der Begriff der Gläsernen Decke, der ursprünglich aus den USA stammt, bezeichnet eine unsichtbare Barriere, auf welche die meisten Frauen im Laufe ihrer Karriere immer noch stoßen.

An der Universität zu Köln zB. zeigt sich anhand interner Aufzeichnungen ganz deutlich, wo diese unsichtbare Barriere zu verorten ist. Bis zur Promotion sind Frauen und Männer gleichauf, auf der Ebene der Professuren sind dann nur mehr 27% Frauen zu finden, die 73% Männern gegenüberstehen. Ganz offensichtlich gibt es Hürden, die man nehmen müsste, aber nicht sieht; Gläserne Decken, an denen wir uns Beulen holen, weil wir plötzlich dagegen stoßen, unvermutet.
 
Hier stellen Universitäten aber keine Ausnahme dar. Die Karriere einer Frau endet in einer Vielzahl von Unternehmen meist auf der Ebene des mittleren Managements, auch wenn ihre Qualifikationen für Höheres sprechen würden. Häufig werden Jobabsagen bei Frauen damit begründet, dass diese ja familiäre Verpflichtungen hätten und dass dadurch ihre Produktivität und ihr Engagement eingeschränkt werden. Selbstverständlich haben solche Argumente mit tradierten Rollenbildern zu tun, wenngleich sich durch einen Blick in den Alltag von Frauen eine klare Mehrfachbelastung nicht leugnen lässt. Diese wiederum hat mit der ungleichen Verteilung unbezahlter Arbeit – Stichwort care work, mental load – zu tun, wodurch sich der Kreis wieder schließt.
 
Hätten Frauen nicht so viel um die Ohren, dann könnten sie – ähnlich den männlichen Kollegen – abends noch auf ein After-Work-Bier gehen und dort in entspannter Atmosphäre Karriereszenarien besprechen. Wie sollen Frauen netzwerken, wenn sie nach getaner Arbeit sofort zur Kita hetzen müssen?
 
Veränderungen beginnen immer im Kopf. Wir alle reproduzieren, oft unbewusst, tradierte Rollenbilder. Darüber nachzudenken, mit anderen zu reden, ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Wenn Männer beginnen, ihren fairen Anteil an unbezahlter Arbeit zu übernehmen, ist schon einiges erreicht. Und wenn Frauen beginnen, die Gläsernen Decken zu zerschmettern statt sie zu putzen, sind wir einen großen Schritt weiter.

Ermöglicht wurde dieses Netz mit freundlicher Unterstützung der Gleichstellungsbeauftragten und des Rektorats der Universität zu Köln.

SOLANGE  in großartiger Zusammenarbeit mit: 

Vivian Simbürger (Textilkünstlerin), Tina Themel (Text Redaktion Deutsch), Margarethe Clausen (Text Editing English), Marie Themel (Instagram), Franziska Nössing (Assistenz)

Abendstimmung am Grüngürtel
Foto: Annelen Gäckle
Das Aufbauteam
Foto: Annelene Gäckle

Foto: Annelen Gäckle

SOLANGE Netz #24 im Juni 2022 an der Universität zu Köln gelandet

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